Die Cronopien
Kollektiv für Interkulturelle Neue Musik

Über uns

 

Das Kollektiv

Die Cronopien – Kollektiv für Interkulturelle Neue Musik ist eine 2020 gegründete Formation für aktuelle Musik, die sich mit Avantgarde und Tradition auseinandersetzt und Klanggeschichten sammelt aus dem Okzident und anderen Teilen der Welt. Diese verschiedenen musikalischen Perspektiven gehen in der Arbeit des Kollektivs einen Dialog ein, und so entstehen innovative, neue künstlerische Formen und Formate. 

Wir sehen eine Notwendigkeit darin, die ästhetische Hegemonie des Westens in der zeitgenössischen Musik in Frage zu stellen. So wollen wir die Kreation von neuer Musik aus anderen kulturellen Perspektiven angehen und uns dabei vornehmlich mit Möglichkeiten und Spielpraktiken nicht-westlicher Instrumente beschäftigen sowie mit der Frage, wie diese in die zeitgenössische Praxis und Theorie der musikalischen Avantgarde Eingang finden können. In dieser Auseinandersetzung spielen neben den Instrumenten auch elektro-akustische Klangmittel eine bedeutende Rolle. Denn der Einsatz von „Elektronik“ (Computersoftwares, Beschallungstechniken, audiovisuelle Elemente, etc.) in der Komposition ermöglicht die Transformation von Klangfarbe und Räumlichkeit sowie auch der Wahrnehmung von Zeitlichkeit und spannt so klangliche Brücken zwischen verschiedenen Traditionen und Erfahrungswelten.

Das kreative Aufeinandertreffen von nicht-westlichen Instrumenten mit den Stilmitteln und Techniken der zeitgenössischen Komposition ist noch nicht sehr verbreitet und ein komplexer Prozess. Er beschränkt sich nicht auf die Bearbeitung eines Materials aus einem vorgegebenen Tonumfang und den technischen Möglichkeiten der Instrumente, sondern soll im Rahmen einer tiefgehenden und ernsthaften Auseinandersetzung mit viel Hintergrundwissen geschehen. Neben dem Kennenlernen des materiellen Aufbaus der verschiedenen Instrumente, ihrer Akustik und Spieltechniken, geht es also vor allem auch darum, die kulturellen Bedeutungen der Spielpraxis, wie rituelle Kontexte und persönliche Emotionen, über den Dialog zwischen den Instrumentalist:innen und Komponist:innen offenzulegen.

Der Name Cronopien stammt aus den Erzählungen des Schriftstellers Julio Cortázar.
„Während eines Konzerts in Paris kam ihm die Idee zu den « Cronopien », jenen « nassgrünen Dingerchen » : Borstig sind sie, unordentlich und lässig, verträumt und intuitiv, poetische Nonkonformisten, vertrauensvolle Optimisten, humorvolle Lebenskünstler, beste Freunde, die philosophische Nonsens-Dialoge führen können. Viele sehen in ihnen das vitale Alter Ego des Autors. Cronopien benutzen nie liniertes Papier, um zu schreiben, drücken die Zahnpastatube auch nicht von unten nach oben.“ (NZZ: Das zerstreute Cronopium, 23.08.2014)


Die Cronopien sind (2020-2023): 


Daniel Osorio, Anden-Flöten und Anden-Seiteninstrumente, künstlerische Leitung, konzeptuelle Gestaltung und Komposition

Alena van Wahnem, konzeptuelle Gestaltung

Hasan Hüseyin, Saz 

Karolin Schmitt-Weidmann, Flöte 

Alvaro Collao, Saxophon

Ulysse Bonneau, Violoncello

Thomas Layes, Klavier

Marina Ochsenreither, Klarinette

Enkhtuya Jambaldorj, Pferdekopfgeige und Gesang

Karina Erhard, Ney Flöten, Panflöte und Tarka

Kioomars Musayyebi, Santur

Olivia Artner, Klangregie

Eleanna Pitsikaki, Kanun

Maria Teresa Treccozzi, Komposition

Mane Harutyunyan, Duduk

Antonio Carvallo, Live-Elektronik/Klangregie


Projekte:


ResonanzTräume grenzenlos (2023)

Im Weltenklang der Gegenwart (2021)

Zikkus (2021)

Künstl(er)isches Chaos (2020)